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,Die linguale Orthodontie boomt weltweit. Unter Einsatz modernster Technologien und ausgereifter Behandlungsprotokolle können Ergebnisse erreicht werden, die dem „state of the art“ der modernen Kieferorthopädie entsprechen. Die klinische Umsetzung dieser neuartigen, „unsichtbaren“ Behandlungsmethode stellt wegen der Komplexität der einzelnen Behandlungsschritte eine anspruchsvolle Herausforderung an alle Kieferorthopäden dar.

Als erste Universität in Deutschland und eine der ersten in Europa startete die Zahnklinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) daher im Wintersemester 2006/07 mit dem berufsbegleitenden, weiterbildenden Master-Studiengang „Lingual Orthodontics“ mit dem Abschluss „Master of Science“.

„Mit dem neuen Weiterbildungsstudiengang setzt die MHH in Deutschland Maßstäbe“, betont Professor Dr. Rainer Schwestka-Polly, Direktor der MHH-Klinik für Kieferorthopädie und Programm-Direktor des Master-Studienganges „Lingual Orthodontics“. Zudem habe die Hochschule damit die Forderungen des Wissenschaftsrates aufgegriffen, der in seinen Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Zahnmedizin an den Universitäten in Deutschland neue formalisierte Weiterbildungsstudiengänge in Form strukturierter, kostenpflichtiger Master-Studiengänge fordert.‘

,In der Kieferorthopädie können Zähne in ihrer Stellung zueinander kontrolliert im Kiefer bewegt werden. Die linguale Orthodontie ist im Vergleich zu herkömmlichen, an der Außenseite der Zähne befestigten (vestibulären) Apparaturen sehr viel komplizierter. Dr. Dirk Wiechmann, Fachzahnarzt für Kieferorthopädie der MHH und klinischer Direktor des Master-Studiengangs, hat ein Konzept entwickelt, individuell angefertigte, kieferorthopädische Apparaturen herzustellen. Dieses basiert insbesondere auf der digitalen Erfassung des therapeutischen Ziel-Zustands, der individuellen virtuellen Gestaltung und Positionierung der Brackets am Computer und der Fertigung der individuellen Brackets mit Hilfe moderner CAD/CAM-Technologie. Die zu der Hightech-Zahnspange gehörigen kieferorthopädischen Bögen werden individuell mit einem Biegeroboter hergestellt. Durch Anwendung dieser neuen Technologie ist es möglich, individuelle, flachere und deutlich kleinere Brackets im Vergleich zu konfektionierten Systemen herzustellen und anzuwenden.‘

,Bislang existieren in Europa nur an zwei Universitäten in Paris zwei postgraduierte Studiengänge in lingualer Orthodontie – allerdings mit einem Diplom als Abschluss. In Deutschland bestand bisher keine entsprechende Weiterbildungsmöglichkeit, obwohl im Blick auf die Vielzahl der praktizierenden Kieferorthopäden ein erheblicher Qualifikationsbedarf besteht. In dem neuen Master-Studiengang der MHH-Zahnklinik werden die jährlich sechs Teilnehmer über vier Semester fortgebildet. Promovierte Fachzahnärzte für Kieferorthopädie können sich bewerben.

In die Lehre sind neben den MHH-Kliniken für Kieferorthopädie, für Zahnärztliche Prothetik und Biomedizinische Werkstoffkunde, für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie auch das MHH-Institut für Biometrie, die MHH-Bibliothek, das Institut für Technische Mechanik der Leibniz-Universität Hannover und das Laser-Zentrum Hannover involviert.

Weiter sind am Studiengang Hochschullehrer der Universitätskliniken Aachen, Berlin, Gießen und Wien beteiligt. Das modular aufgebaute Studium beinhaltet eine Präsenzphase, bei der die Studierenden elf Mal im Jahr an Freitagen und Sonnabenden in der MHH-Zahnklinik in Theorie und Praxis unterrichtet werden. Zudem müssen die Studierenden im dritten Semester eine Kompaktwoche in einer Praxis und im vierten Semester eine Kompaktwoche in einer der beiden spezialisierten Universitäten in Paris absolvieren.

Zur zeit- und ortsunabhängigen Nutzung außerhalb der Präsenzphasen wird im Studiengang die Lernplattform LINGUAL via Internet eingesetzt: Schwerpunkte sind neben der Bereitstellung von Lehr- und Lernmaterialien moderne Kommunikationslösungen wie Online-Foren, Chat-Systeme sowie Up- und Downloadfunktionen. Die Lernfortschritte werden in den einzelnen Modulen zeitnah geprüft. Den Abschluss des Weiterbildungsstudienganges bildet eine Master-Arbeit aus dem Bereich Forschung, ähnlich einer Doktor-Arbeit. Nach dem ersten Studienjahr können die bisherigen Erfahrungen als durchweg ermutigend angesehen werden: In der veranstaltungsbezogenen schriftlichen Evaluation hoben die Teilnehmer besonders hervor, dass die Erwartungen im Blick auf dieses neue Angebot bisher bestens erfüllt wurden. Dabei wurde nicht nur die Vermittlung der curricularen Inhalte positiv hervorgehoben, sondern vor allem der gelungene Wissenstransfer für die Patientenbehandlung. Zudem wird die didaktische Lernorganisation als anregend und methodenreich bewertet. Auch zeigt dieser innovative Studiengang, dass in der Zahnmedizin klassische Ausbildungselemente mit eLearning sinnvoll verknüpft werden können.‘

Mehr erfahren Sie unter hier.